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100 Meter sind nicht gleich 100 Meter

Weltrekorde im Schwimmen im Vergleich zum Laufen

„Ein Vogel fliegt, ein Fisch schwimmt, ein Mensch läuft“, sagte einst Emil Zatopek (tschechischer Marathonläufer). Doch damit hat er nicht ganz Recht. Zwar ist Laufen die Paradedisziplin der Menschen, doch machen wir uns im Schwimmen auch nicht schlecht.

Seit Jahrzehnten heißt es bei den Olympischen Spielen „schneller, höher, weiter“. Nicht nur zu Fuß, auch im Wasser messen sich Sportler gegenseitig. Neben dem Marathon ist vor allem der 100m Lauf DIE Attraktion in der Leichtathletik. Jedes Mal wird aufs Neue der „schnellste Mann der Welt gesucht“. Diese Wettkampfentscheidung lockt auch viele sonst eher Uninteressierte vor die Fernseher. Kein Wunder, dass alle Athleten versuchen immer neue persönliche Bestzeiten aufzustellen. Aber nicht jedem gelingt es an die Weltspitze zu kommen und Rekorde zu brechen.

Eintrag in ewige Bestenliste als Ziel der Sportler

Ewige Weltranglisten gibt es in nahezu allen Sportarten. Dabei werden genauestens alle neuen Weltrekorde aufgelistet. Besonders interessant ist das auf den Sprintdistanzen in der Leichtathletik oder im Freistil-Schwimmen. Hier läuft oder schwimmt jeder Sportler primär gegen die Uhr. Diese ist manchmal gnadenlos und nur Hundertstel trennen einen von Sieg oder Niederlage.

Im folgenden Diagramm haben wir die Weltrekordzeiten der letzten 100 Jahre im Schwimmen graphisch dargestellt:

Von 1920 bis 2009 entwickelte sich der Weltrekord von anfänglichen 61,4 Sekunden auf 46,91 Sekunden. Während der US-Amerikaner Duke Kahanamoku zu Beginn noch mehr als eine Minute auf die 100 Meter Distanz brauchte, drückte Cesar Cielo Filho aus Brasilien knapp 90 Jahre später die Marke fast 15 Sekunden nach unten. Die Männer schafften es insgesamt 40 Mal die Weltrekord-Zeit zu verbessern. Seit dem 31. Juli 2009 in Rom gelang es aber niemandem mehr diese Zeit zu unterschwimmen.

In der Leichtathletik ergibt sich ein ähnliches Bild. Auch hier haben sich die Zeiten von 1920 kontinuierlich verbessert.

Im Jahr 1920 sprintete der US-Amerikaner Jackson Scholz die 100m Strecke noch in 10,7 Sekunden. Heute knapp 100 Jahre später liegt der Rekord unter der magischen 10 Sekunden Marke bei 9,58 Sekunden. Gehalten wird er seit 2009 von Usain Bolt aus Jamaika. Über die 90 Jahre hinweg ergab sich eine Leistungssteigerung der Männer um gerade mal 1,12 Sekunden. Dabei wurden 28 aufgestellte Weltrekorde in dieser Zeit beschrieben.

Sekunden im Schwimmen – Hundertstel beim Laufen

Beeindruckend im Vergleich der 100m beim Schwimmen und Laufen ist die Steigerung der Weltrekordzeit. Die 100m Strecke gilt schon immer als das Aushängeschild der Leichtathletik und stellt oft das Highlight einer Veranstaltung dar- trotz der geringen Steigerungen oder ja vielleicht gerade deswegen ist dieser Wettkampf so spannend. Hier entscheiden seit Jahrzenten tatsächlich Hundertstel über einen potentiellen neuen Weltrekord. Im Schwimmen hingegen könnte man öfter mit neuen Weltrekorden rechnen – waren es ja immerhin 15 Sekunden in den vergangenen 100 Jahren.

Die 100 Meter Strecke zieht sie alle in ihren Bann

Der Hype um die 100m und ihre Läufer wird wohl nie von den Schwimmern abgelöst werden, trotzdem bleiben beide Disziplinen äußerst spannend. Das 100 Meter Finale der Männer in der Leichtathletik findet am Sonntag, den 14. August um 22.25 Uhr statt.