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Bike-Fitting: So findest du das passende Rad!

Gerade für Neueinsteiger im Triathlon stellt der Fahrradkauf eine erste Herausforderung dar. Nicht selten drücken sich Hobbysportler zu Beginn ihrer Triathlon-Karriere, um ein Rennrad und legen den ersten Wettkampf mit dem gewohnten Alltagsrad zurück. Spätestens auf der Radstrecke kommen aber dann die Vorzüge der Rennräder der Mitstreiter zum Vorschein. Die meisten fassen sich jetzt ein Herz und kaufen nach dem Wettkampf ihr erstes Straßenrad! Keine Angst! Wir zeigen euch zusammen mit unserem Experten David Jeckel von ProAthletes worauf es bei diesem Kauf ankommt.

 

Schrauben, die am Rad gedreht werden können

Zuerst sollte man wissen welche Einstellungsgrößen am Fahrrad vorgenommen werden können. Es gibt drei Kontaktpunkte zwischen Fahrrad und Athlet, den Lenker, den Sattel und die Pedale, die richtig eingestellt werden müssen. An diesen drei Fixpunkten orientiert man sich beim Bike-Fitting. Beim Lenker sind die Stellschrauben die Breite des Lenkers, die Höhe der Griffe, die Drehung des Lenkers und die Höhe und Weite des Lenkers (Vorbau). Am Sattel ist es die Höhe, die Neigung und die Entfernung zum Lenker die wir verstellen können und an den Pedalen sind es die Fußplatten die wir verstellen können. „Die wichtigste Einstellungsgröße ist jedoch der eigene Körper. Wir setzen einen meist asymmetrisch arbeitenden Körper auf ein symmetrisches Rad. Dies sollte immer berücksichtigt werden“, erklärt uns Jeckel beim Fahrradcheck und spielt dabei auf die individuelle Sitzposition an.

Biometrische Daten sind wichtig für die Kaufentscheidungen

Die Hersteller geben teilweise Tabellen heraus, die auf die Körpergröße bezogen sind und einen Radkauf erleichtern sollen. Häufig orientieren sie sich dabei an der Schrittlänge. Mit spezifischen Umrechnungsformeln, kann über die biometrischen Daten der Stack & Reach errechnet werden. Der Stack & Reach ist ein Versuch die Geometrien vergleichbarer zu machen und gibt die Höhe (vom Tretlager zum Oberrohr) sowie die Länge (Steuerrohr bis Mitte Tretlager - parallel zum Boden) an.

Bike-Fitting-Institute versuchen über die Messung von Körperdaten und durch das Berechnen dieser Daten, den Stack- und Reachwert zu verallgemeinern. „Darüber kann man ziemlich genau empfehlen, welches Bike gut für den Sportler wäre“, weiß Jeckel aus seiner täglichen Arbeit. „Häufig gibt es zwei Größen die passen könnten. Der Radfahrer kann dann über die individuelle Einstellung, z.B. einen größeren oder kürzeren Vorbau auf das Rad setzen - ganz wie er sich wohl fühlt.“ Die Entscheidung wird dann häufig danach getroffen, ob der Athlet sportlicher oder komfortabler auf dem Rad sitzen möchte. Dies zeigt, dass immer ein bisschen Spielraum und Gefühl beim Radkauf erlaubt sind.

Individuelle Ziele ergeben Winkel und Körperhaltungen

Die Winkel und die Körperhaltungen ergeben sich aus den Zielen, die der Athlet hat. Zudem spielen die körperlichen Voraussetzungen die ein Athlet mitbringt eine wichtige Rolle. Die Beweglichkeit und die Stabilität bestimmen am Ende die Radposition.

Typische Fehler beim Radkauf

Jeder sollte sich auf dem Rad wohlfühlen. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte die Position überdacht werden. Wenn beim Sitz des Athleten kein Spielraum mehr ist, um einen größeren Komfort zu erhalten, wird das Rad zu klein oder groß sein. Dann empfiehlt es sich an den oben beschriebenen einzelnen Umstellungen noch Änderungen vorzunehmen, um die Sitzposition zu verändern. „Meistens werden zu große Rahmen gekauft. Die Sportler sind dann sehr gestreckt und kommen schlecht an die Bremsen“, warnt Jeckel.

Bike-Fitting – eine sinnvolle Analyse

Es gibt mittlerweile verschiedene Anbieter und verschiedene Ansätze. Generell hat sich auch bei anderen Bewegungsanalysen, wie einer Laufanalyse der Fokus auf den Körper des Athleten und sein Sportverhalten gelegt. Verschiedene Institute arbeiten auch mit Kamerasystemen, das hat einen deutlichen Mehrwert für den Sportler. Das dynamische Bike-Fitting hat sich auf jeden Fall flächendeckend durchgesetzt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit unter den Radsportlern.

Ablauf eines Bike-Fittings

Als erstes geht es darum den Sportler kennen zu lernen, welche Bedürfnisse, Ziele der Athlet hat und wie er trainiert. Die Messungen der Grundfähigkeiten (Kraft, Beweglichkeit...) des Körpers werden festgehalten. Danach steht das Rad im Mittelpunkt. Die Geometrie sowie die aktuelle Sitzposition werden analysiert. Die aktuelle Sitzposition und die Anamnese geben sehr viele Hinweise, wie und ob die Position verändert werden muss.
Um eine wirkliche Einschätzung des Athleten zu bekommen, wird er von der Seite, von vorne und von hinten mit der Kamera aufgenommen. Zusammen werden die Videos besprochen und die Potenziale aufgezeigt. „Darauf folgt dann eine Phase in dem einzelne Schrauben verstellt werden und danach wieder via Videoaufnahme kontrolliert werden. Dies ist besonders wichtig, da jeder Körper individuell auf eine Veränderung des Rades reagiert“, berichtet Jeckel aus seiner Erfahrung.
Zum Abschluss wird die Position festgehalten und mit dem Sportler einige Übungen besprochen wie langfristig die aktuelle Position komfortabler gestaltet werden kann oder eine sportlichere Haltung erlangt werden kann.

 

Ein Bike-Fitting ist also nicht nur für Profis sinnvoll, sondern auch wenn man sich eine neues Rad kaufen möchte oder sich auf seinem aktuellen Rad unwohl fühlt.
Wenn ihr noch mehr über ein Bike-Fitting erfahren oder einen Termin ausmachen möchtet, dann findet ihr auf der Seite von Bikefitting Köln alle nötigen Informationen.

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