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Eisschwimmen: Ein beliebtes Spektakel oder regelmäßiges Training im eiskalten Wasser?

EisschwimmerJedes Jahr steigen bei eisigen Temperaturen die mutigen Eisschwimmer in das bis zu 0 Grad kalte Wasser. Wenn für die meisten die Freiwasser Saison im September zu Ende geht, gibt es einige Vereine, die bewusst auf die Benutzung von Hallenbädern verzichten. Vor allem in den nordischen Ländern wie Finnland, Estland, Lettland und Schweden, aber auch in Russland ist es Tradition. Alleine nach einem Saunagang ist es Teil des Rituals zur Abkühlung ins Eisbad zu steigen. Dabei muss sich jeder erst einmal an die Wassertemperatur knapp über dem Gefrierpunkt herantasten. Auch bei den winterlichen Eisschwimmern wird zunächst nur wenige Sekunden gebadet, ehe nach kurzer Zeit ein Training draußen möglich ist.

 

Was ist der Sinn?

Die Profisportler kennen das, wenn sie sich nach einer anstrengenden Einheit in ein Becken mit kaltem Wasser und Eiswürfeln begeben. Vier bis sieben Minuten reichen vollkommen aus, damit sich die Wirkung entfaltet. Durch den Eisschock wird die Blutzirkulation der Muskeln durch eine Verengung der Blutgefäße minimiert. Anschließend im Warmen wird die Durchblutung und der Abbau der Abfallprodukte verstärkt angeregt, sowie die Entzündungsreaktion durch die Mikroverletzungen im Gewebe gehemmt. Ähnlich wie bei einem Eisbad, das sich so mancher Athlet nach einem ausgiebigen Training gönnt, wirkt der Effekt beim Eisschwimmen. Es wird also gebadet, um die Durchblutung anzuregen und zudem den Immunschutz zu fördern.

Kultur wird zum Leistungssport

Bei den Eisschwimmern ist es zum einen ein kultureller Brauch, der sie ins Wasser steigen lässt und zum anderen findet sich der Sportgedanke in der Aktivität wieder. Im tiefsten Winter werden ganze Schwimmbecken in das Eis gemeißelt. Dabei baggern sich Organisationen durch das Eis bis ein 25-Meter Schwimmbecken mit vier bis sechs Bahnen entsteht. Wie bei den letzten Eisschwimm-Weltmeisterschaften 2014 im finnischen Rovaniemi mit über 1.200 Teilnehmern. Dabei steht nicht mehr der gesundheitliche und traditionelle Gedanke im Vordergrund, sondern die Leistung ist es die zählt. Typische Strecken, die im Eiswasser absolviert werden sind 25, 50, 450 und 1.000 Meter.

Winter-Events, die Mutige anlocken

Vor allem aber in Russland ist der kulturelle Brauch weit verbreitet. Jedes Jahr am 19. Januar stürzen sich strenggläubige Russen in ein kreuzförmiges Eisloch, um ihr Gewissen zu reinigen. Aber auch in Deutschland gibt es solche Traditionen. Entlang der Nordsee ist es Kult am 1. Januar das neue Jahr mit einem Gang in die eiskalten Fluten zu begrüßen. Besonders beliebt ist das Neujahrsschwimmen in Scheveningen an der niederländischen Küste. Dorthin kommen jedes Jahr Tausende, um bei dem Spektakel dabei zu sein. Auf der Nordseeinsel Föhr ist der gemeinsame Gang vom städtischen Hallenbad bis zum Strand eine echte Tradition.

In Deutschland gibt es meist zwei Gründe, für die die Bevölkerung ins Eiswasser springt: Das Neujahr oder Karneval. Bei letzterem springen sogar halbe Dörfer in die Fluten, entweder verkleidet oder ausgestattet mit Neoprenanzügen.

Große Tradition an der Donau

In der kleinen Stadt Lauingen an der Donau am Rande Bayerns ist das alljährliche Donauschwimmen bereits lange Tradition. Jedes Jahr organisiert der DLRG Kreisverband dieses Event. Bereits am 19. Dezember 2015 fand das 39. Donauschwimmen statt. Ausgestattet mit Fackeln, Nikolausmützen und weihnachtlichem Schmuck begaben sich 300 Schwimmer in das Wasser. Mit der Strömung wurden dann etwa 1,5 Kilometer absolviert, ehe die Teilnehmer im „Ziel“ warme Getränke und ein Imbiss erwarteten. Auch Dominik Daub (23), der selbst in der DLRG tätig ist, hat schon öfters daran teilgenommen: „Das Schwimmen im Eiswasser ist eine Grenzerfahrung für den Körper. Im Ernstfall hat man nur wenige Minuten um sich aus dem eiskalten Wasser zu retten, da ist es natürlich hilfreich, wenn man weiß wie es sich anfühlt und wie man ruhig bleibt.“ Begleitet werden die tapferen Schwimmer von hunderten von Zuschauern, die für eine tolle Atmosphäre sorgen. Nächstes Jahr zum 40. Jubiläum werden sich die Veranstalter bestimmt etwas ganz Besonderes einfallen lassen.
Das bekannteste Donauschwimmen findet in Neuburg an der Donau statt. Wer Lust hat, kann sich am 30. Januar 2016 um 13 Uhr den erwarteten 2000 Schwimmern anschließen und sich entweder mit Neoprenanzug oder wie die ganz Mutigen unter ihnen nur mit Badehose bekleidet auf die 4.000 Meter lange eiskalte Wasserstrecke begeben. Mehr Infos dazu unter: http://www.neuburg-events.de/donauschwimmen-neuburg-2016/