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Schwimmen an der Copacabana

Am 15. und 16. August geht es für die Freiwasserschwimmer/innen ins kühle Nass in Rio. Doch ist das Wasser eigentlich wirklich kühl, wer geht als Favorit in die noch junge olympische Disziplin, welche Besonderheiten gilt es als Zuschauer zu beachten und haben unsere deutschen Athleten eine Medaillenhoffnung in ihren Reihen?

 

 

 

Olympische Geschichte

Die Marathon Disziplin des Schwimmens erfreut sich seit einigen Jahrzenten immer größerer Beliebtheit. Seit den olympischen Spielen 2008 in Peking wurde sie deswegen in das olympische Programm aufgenommen. In London und Peking starteten die Freiwasserschwimmer noch innerhalb der Indoor Schwimmwettkämpfe, 2016 gilt das Marathon Schwimmen erstmalig als eigenständige Disziplin.

Regeln und Besonderheiten

Teilnehmen werden bei den Frauen- sowie den Männerentscheidungen jeweils 25 Athleten. Ausgestattet mit einem elektronischen Chip werden diese mit einem Massenstart in das 10km lange Rennen starten und versuchen als erste die Ziellinie zu überqueren. Dabei wird, im Gegensatz zu den Indoor-Schwimmwettkämpfen, in Gruppen geschwommen, um das sogenannte Sogschwimmen oder Drafting ausnutzen zu können. Es ist vergleichbar mit dem Windschattenfahren beim Radsport und kann, laut Thomas Lurz, eine Krafteinsparung von bis zu 30% nach sich ziehen. Aus dem Schwimmen in Gruppen resultiert auch ein häufig nicht zu vermeidender Körperkontakt. Dieser kann bei Unsportlichkeit oder übertriebener Härte mit einer gelben oder, bei einer zweiten gelben Karte, sogar mit der Disqualifikation geahndet werden. Generell ist das Marathonschwimmen durch viele Führungswechsel und ausgeklügelte Taktiken geprägt, woraus sehr interessante und abwechslungsreiche Rennverläufe resultieren.

Strecke und zeitliche Einordnung

Die längste Schwimmdisziplin bei den Olympischen Spielen wird direkt an der Küste der Copacabana ausgetragen. Die Wassertemperaturen an der Copacabana betragen im August durchschnittlich relativ angenehme 22 Grad. Nach anfänglichen Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität gab die FINA Ende 2015 Entwarnung. Das Wasser sei sicher und werde weiterhin genauestens beobachtet. Die aus 4 Runden bestehende, durch Bojen abgesteckte Strecke kann also hoffentlich von allen Athleten ohne Gefährdung der Gesundheit absolviert werden. Je nach Wetter- und Strömungsbedingungen brauchen sie dafür ungefähr 2 Stunden.

Qualifikation

10 Schwimmer und Schwimmerinnen konnten sich bereits 2015 bei der Schwimmweltmeisterschaft in Kasan (Russland) qualifizieren. Dort konnte sich die Deutsche Isabelle Härle frühzeitig ihre Teilnahme sichern. In einem Zweiten Qualifikationswettkampf Anfang Juni 2016 in Setubal (Portugal) konnten weitere 15 Athleten ein Ticket für die Olympischen Spiele lösen. Unter ihnen war der Deutsche Christian Reichert. Andreas Waschburger kam als 8. mit 5 Sekunden Rückstand nur knapp hinter Reichert ins Ziel. Jedoch konnte sich in diesem Rennen leider nur noch ein Athlet pro Nation qualifizieren, wodurch seine Leistung leider nicht mit einem Teilnahmeplatz in Rio belohnt werden konnte.

Favoriten / Titelverteidiger

In der Marathon Disziplin des Schwimmens wurden bereits sechs olympische Medaillen vergeben. Zwei davon gingen an den Deutschen Thomas Lurz, der aber seine aktive Karriere beendet hat. Wer hat bei den olympischen Spielen 2016 die größten Chancen? Zunächst sind natürlich die Titelverteidiger Oussama Mellouli & Éva Risztov zu nennen, die beide auch in diesem Jahr an den Start gehen. Auch die beiden Chinesen Xin Xin und Lijun Zu, die sich jeweils als Erste in Kasan bzw. Sebtubal qualifizieren konnte, sind im Auge zu behalten. Doch auch unsere deutschen Athleten können sich zu Recht gute Chancen ausmalen. Wir wünschen ihnen viel Erfolg in Rio!