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Sport und Integration - wie die Disziplinen des Triathlons zur Völkerverständigung beitragen können

Kein Thema ist zurzeit mehr in den Medien als die Lage der Flüchtlinge. Egal in welchem europäischen Land, überall sieht man die Menschen an den Grenzen um ihr Recht kämpfen. Sie sprechen nicht die Sprache und versuchen sich trotzdem hier eine Existenz aufzubauen. Wie kann man aber die Menschen unterstützen und in die Gesellschaft integrieren? Welches Element verbindet Menschen über die Ländergrenzen und Kulturen hinweg? - Der SPORT! Nicht nur Kinder finden in der Bewegung und im Spielen zueinander, sondern auch Erwachsene können durch Sport zusammengeführt werden. Es gibt bereits einige Projekte die sich genau dieses Phänomen zur Hilfe nehmen.

Radfahren: Hilfsorganisation spendet Räder

Der Verein „Menschen helfen“ unterstützt die Flüchtlinge bei der Fortbewegung. Das Wohnheim im sauerländischen Kierspe liegt etwas außerhalb der Stadt und ist auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gerade gut zu erreichen. Jetzt sammelt die Organisation Fahrräder aus der Bevölkerung um es den Flüchtlingen zu ermöglichen ihre Besorgungen selbst zu erledigen. Die meisten der Flüchtlinge besaßen aber keinen Luxusgegenstand wie ein Fahrrad in ihren Herkunftsländern. Daher gibt der Verein „Menschen helfen“ zusätzlich noch Radfahrunterricht um die Flüchtlinge auf den deutschen Verkehr vorzubereiten.

Polizisten tauschen Blaulicht und Streifenwagen gegen Trillerpfeife und Fahrradpumpe

In Städten wie Mannheim ist die Polizei nicht nur auf Verbrecherjagd, sondern engagiert sich auch bei der Integration der Flüchtlinge in Deutschland. Kinder aus diesen Familien bekommen nicht selten von netten Nachbarn alte Fahrräder geschenkt. Sie aber auf die Straße zu lassen ist viel zu gefährlich - die Kinder müssen erst lernen mit den Rädern umzugehen. Wie auch an deutschen Schulen geben nun Polizisten den Flüchtlingskindern Unterricht im sicheren Umgang mit dem Rad. Wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) berichtet gibt es regional sehr viele derartige Aktionen. „Dieses Engagement verschafft Kindern in einer schwierigen Lebenssituation ein Stück Freiheit und Selbstvertrauen“, betont Sprecher René Filippek.

Laufen: Hand in Hand zum Marathon

Sehr viele Flüchtlinge haben schon bewiesen, dass sie weite Strecken gehen können. Oft sind sie wochenlang zu Fuß unterwegs von Land zu Land auf dem Weg in ein sicheres Zuhause. Angekommen in der neuen Gesellschaft ist es schwer sich zu integrieren. Sport bietet über die verschiedenen Kulturen hinweg eine gute Möglichkeit sich in die Gesellschaft einzubringen. In München gibt es mit dem „integrativen Lauftreff“ so ein Vorzeigeprojekt. Flüchtlinge trainieren hier gemeinsam mit anderen jungen Leuten für den Münchener Marathon im Oktober. „Am Anfang war es ein sich gegenseitig beäugeln, da die Flüchtlinge auch nicht genau wussten was passieren wird. Aber mittlerweile haben sich die Flüchtlinge und Münchener zu einer echten Laufgruppe geformt“, berichtet der Trainer Sebastian Hallmann. Wir dürfen gespannt sein wer nach 42,195 Kilometern die Nase vorne haben wird.

Schwimmen muss erstmal gelernt sein

Marion Spadl bringt Flüchtlingen das Schwimmen beiZwar kommen viele der Flüchtlinge auf Booten über das Mittelmeer, doch schwimmen kann kaum einer von ihnen. An dieser Stelle ist die Unterstützung des DLRG gefragt. Viele Hilfsprojekte sind auch hier bereits umgesetzt worden, wie die kleine Gemeinde Hünfelden in Hessen zeigt. Hier ist Marion Spandl von der DLRG mit ganzem Herzen bei der Sache. Sie lehrt einer kleinen Gruppe von jungen Männern das Schwimmen. Schon nach wenigen Wochen haben sie große Fortschritte gemacht und können sich gut über Wasser halten. „Es macht unheimlich Spaß mit den Flüchtlingen zu trainieren. Sie sind so dankbar und zeigen mir das auch nach jeder Einheit“, schwärmt Spandl von ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen.

Viele Vereine räumen eine Bahn frei

In städtischen Schwimmbädern trainieren häufig viele Triathlon-Vereine in den Abendstunden. Dabei macht sich auch zum Beispiel beim Lauinger Triathlon Verein in Bayern die Flüchtlingswelle bemerkbar. Trainiert wird hier auf fünf Bahnen – vier aufsteigend für die Anfänger bis Profis und eine für Verletzte oder Kinder. Jene fünfte Bahn wird jetzt genutzt, um den Flüchtlingen das Schwimmen beizubringen. Freiwillige kümmern sich darum, dass die meist jungen Männern Schwimmtechniken wie Brust und Kraul lernen. Nicht aber nur für den reinen Spaß, wie der Vorstandsvorsitzende des TriTv Lauingens Erich Gruber verrät: „Zusammen mit dem Arbeitskreis unseres Landkreises haben wir beschlossen den Flüchtlingen Schwimmen beizubringen, um ihnen die Möglichkeit zu geben sich langfristig in unseren Verein zu integrieren und gemeinsam Sport zu treiben.“

 

Vielleicht dauert es nicht mehr lange und die ersten Flüchtlinge sind soweit, dass sie sich vom normalen Trekking-Rad aufs Rennrad trauen, Trainingsschuhe gegen Wettkampfschuhe tauschen und vom Schwimmbad ins Freiwasser wechseln. Dann ist auch der Triathlon-Sport bei den Flüchtlingen angekommen.