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Was du bei einem Neoprenanzug beachten solltest

Für Freiwasserschwimmer und Triathleten mit das wichtigste Equipment stellt der Neoprenanzug dar. Er hilft beim Schutz gegen die Kälte, verleiht Auftrieb und bietet dank seiner Oberflächenbeschichtung einen verringerten Widerstand im Wasser. Voraussetzung für die Vorteile eines Neos ist die richtige Passform. Darauf sollte beim Kauf unbedingt geachtet werden. Auf welche Besonderheiten ihr bei einem Neoprenanzug noch achten müsst, zeigen wir euch hier.

Flexibilität und Auftrieb beim Neoprenanzug

Zunächst einmal spielen Flexibilität und Auftrieb eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für den richtigen Neoprenanzug. Reichlich Auftrieb bietet das bis zu 5mm dicke Neoprenmaterial an der Brust, zum Teil ergänzt um sogenanntes Aerodome Material, das eine Vielzahl ein kleinen Luftkammern besitzt. Unterstützt wird der Auftrieb durch die Stabilisierung des Körpers mithilfe von Panels, die an der Hüfte eingearbeitet erden. Sie reduzieren beispielsweise Schlingerbewegungen oder kräftigen den Rumpf.

Die Flexibilität bei einem Neoprenanzug sollte vor allem im Schulter- und Armbereich gegeben sein. Erst dann kann die Schwimmtechnik sauber angewendet und durchgeführt werden. Wenn Schwimmer eingeengt in ihrer Beweglichkeit sind, führen sie oft Ausgleichsbewegungen der Arme durch und verlieren so an Effizienz. Zudem wirkt der Neopren in diesem Bereich bei fehlender Flexibilität oft wie ein Gummiband – ein Widerstand – welcher bei jedem Armzug erneut überwunden werden muss. Die Neoprenanzüge sind im Bereich rund um den Schulter- und Armbereich nur etwa ein 1mm dünn.

Maximale Flexibilität findet sich aber zumeist nur bei teureren Modellen. Preiswerte Neoprenanzüge sparen oft am Material und sind etwas störrischer als ihre teuren Mitstreiter. Um einen qualitativ hochwertigen Neopren zu bekommen, sollte man also etwas tiefer in die Tasche greifen.

Eigenschaften und Materialien eines Neoprenanzuges

Die meisten Hersteller für Neoprenanzüge verwenden Neopren des japanischen Lieferanten Yamamoto. Dieses gibt es in verschiedenen Qualitäten, die nummeriert sind. Je höher die Nummer, desto größer die Anzahl der eingeschlossenen Gasbläschen und desto flexibler ist das Material. Das aktuell flexibelste Neopren ist Yamamoto #45.

Um die Oberfläche des aufgeschäumten Neoprens zu glätten wird es beschichtet. Die Beschichtung verhilft dem Anzug zu einem geringeren Wasserwiderstand, sorgt dafür, dass an der Luft das Wasser schneller abperlt, erhöht die Isolationswirkung und macht die Oberfläche unempfindlicher.

Die Innenseite des Neoprenanzugs wird als Inner Layer bezeichnet und besteht zumeist aus Nylon. Da das Innenfutter fest mit dem Neopren verbunden ist, muss es eine hervorragende Dehnfähigkeit aufweisen, damit die maximale Flexibilität des Anzugs gewährleistet ist.

Passform des Neoprens

Der Neoprenanzug sollte am Körper anliegen wie eine zweite Haut. Denn wenn er nicht optimal sitzt und zu groß ist, läuft ständig neues, kaltes Wasser in den Neo. Dieses muss vom Körper dann immer wieder neu erwärmt werden. Dies kostet den Körper zum einen viel Energie und stellt zum anderen ein unangenehmes Gefühl dar. Ein besonders kritischer Punkt ist der Halsabschluss des Neoprenanzugs. Er darf nicht einschneiden oder scheuern, muss aber eng genug sitzen, damit kein Wasser eindringt.

Neoprenverleih und Testschwimmen

Besonders Einsteigern sei empfohlen vor einem Kauf verschiedene Neoprenanzüge ausgiebig zu testen. Die besten Voraussetzungen dafür bietet der regelmäßig stattfindende Neoprentest, bei denen Interessenten die Möglichkeit haben, verschiedene Marken zu testen und für sich das passende Objekt auszuwählen. Bei einem Neoprentestschwimmen können die infrage kommenden Anzüge unter gleichen Bedingungen im Wasser verglichen werden. So schwimmt man beispielsweise in jedem Neoprenanzug 100 Meter im Wettkampftempo und stoppt dabei die Zeit. Das Hauptaugenmerk sollte aber auf der Passform liegen.

Da man sich nicht auf alle Besonderheiten eines Neoprens konzentrieren kann, soll sich der potentielle Käufer beim Testschwimmen auf einige Kernpunkte, die der neue Neoprenanzug erfüllen soll, fokussieren. Diese eingehend überprüft und auf die persönliche Eignung geprüft, findet jeder Schwimmer seinen Favoriten. Testschwimmen kann Kraft kosten und die Ermüdung in Kombination mit vielen Eindrücken kann leicht das Urteilsvermögen trüben. Es ist daher sinnvoll zwischen den einzelnen Anzügen eine ausreichende Pause einzuhalten und sich beim Anziehen helfen zu lassen, damit auch feuchte Anzüge perfekt sitzen.

Alternativ können Schwimmer auch Neoprenanzüge für Training oder Wettkampf ausleihen und nach dem Einsatz wieder zurückgeben. Dies ist eine günstige Variante – eignet sich aber nur bei sehr spartanischer Nutzung. Andernfalls ist es günstiger sich selbst einen eigenen Neo zu kaufen. Der Neoprenverleih hat zudem den Vorteil, dass man verschiedene Neomodelle testen kann und bereits den ersten Kontakt zu einem Sportartikelhändler geknüpft hat. Viele Neoprenanzüge vom Neoprenverleih kann man nach der Saison günstig beim Händler kaufen.

Ein gängiger Prozess für den Neoprenverleih ist also: Leihen – Testen – Kaufen!

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