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Alles Aero? Wie du die letzten Sekunden beim Radfahren rausholst!

Jede Sekunde zählt – egal ob im Wasser oder an Land. Die meisten Triathleten tun alles, um schneller zu werden und kämpfen um jede Sekunde. Doch irgendwann reicht alleine die Arbeit an der eigenen Technik nicht mehr aus und für die kleinste Verbesserung muss extrem hart trainiert werden. Dann können Aerodynamiktests helfen noch die eine oder andere Minute auf dem Rad heraus zu kitzeln. Wir stellen euch hier die neueste Technik der Tests vor.

Jedes Detail zählt bei der Aerodynamik

Bis vor wenigen Jahren hat man sich noch darauf beschränkt einfache Aerolenker für eine optimale Sitzposition zu entwickeln oder Aerolaufräder aus Carbonfelgen zu basteln. Heutzutage gehen die Untersuchungen und Tests noch viel weiter, lassen kein Detail unentdeckt und nichts unversucht, um Triathleten und Radprofis mit noch aerodynamischeren Rädern auszustatten.

Der größte Feind auf dem Rad ist der Wind. Dieser kostet einen nicht nur Zeit, sondern auch viel Muskelkraft. Während man sich einen „abstrampelt“ lacht der Fahrtwind einem wortwörtlich ins Gesicht. Genau diesen Widerstand gilt es auf ein Minimum zu reduzieren. Eines gilt ganz klar: Wer heutzutage nur in teure Laufräder investiert und dabei dem Wind aufrecht entgegen segelt, der macht einiges verkehrt.

Optimierung der Position im Windkanal

Wissenschaftler versuchen im Windkanal die optimale Sitzposition für jeden Radsportler zu finden. Mittlerweile ist bewiesen, dass die Position des Kopfes und der Stirn, die dem Wind die vorderste Angriffsfläche bieten, einen wesentlichen Einfluss auf die Aerodynamik des Sportlers nehmen.

Bei einem Test im Windkanal steht das Fahrrad auf einer Platte, die den Laufrädern die gewohnte Rotation erlaubt. „Zudem kann die gesamte Vorrichtung flexibel zur Windrichtung gedreht werden. So können verschiedene Anströmwinkel simuliert werden“, klärt uns ProAthletes Experte Benjamin Herrera auf. Dabei wird mithilfe von Wasserdampf die Strömung des Winds über den Radler hinweg sichtbar gemacht und fotografisch festgehalten, damit jede Änderung der Sitzposition und der Kopfhaltung sowie ihre Auswirkungen auf die Strömungsrichtung nachvollzogen werden kann. Der Wasserdampf macht die Verwirbelungen der Luft, die für den Widerstand verantwortlich sind und den Radfahrer bremsen, sichtbar. Je weniger Verwirbelungen also um den Sportler entstehen, desto besser. Wie das optimiert wird weiß Benjamin: „Während der gesamten Zeit kann die Körperhaltung des Radfahrers kontrolliert und beeinflusst bzw. korrigiert werden.“

Inzwischen gibt es sogar bereits virtuelle Windkanaltests. Bei einer sogenannten Computational Fluid Dynamics (CFD) – Analyse berechnet die Software selbst die kleinsten Effekte des Winds. Das System kann Luftströmungen, Druckverteilung, Luftwiderstandsbeiwerte und auch die Ursachen für entstandene Luftwiderstände genauestens nachvollziehen. Somit können Interaktionen zwischen Fahrer, Material und Rad erst an einem Computer berechnet werden und anschließend in der Praxis überprüft werden. „Das Tool kann Strömungen simulieren und trägt somit zu einem besseren Verständnis bei. Das Zusammenspiel der Komponenten Wind, Material und Mensch wird detailgetreu abgebildet“, erklärt uns Radexperte Benjamin Herrera. Zurzeit ist diese Art von Test jedoch den großen Konzernen vorbehalten, zumal sie sehr zeitaufwändig und teuer sind.

Haltung des Kopfes ist das A und O

Die Haltung des Kopfes zwischen den Schultern oder über den Schultern macht einen enormen Unterschied. Bei 45km/h kann dies schon mal bis zu 50 Watt ausmachen, die ein Radprofi mehr treten muss. Auf eine Langdistanz gerechnet, könnte man durch eine verbesserte und optimierte Kopfhaltung also durchaus eine halbe Stunde sparen. Alleine auf der Radstrecke! Diese aktive Haltung des Kopfes zwischen den Schulterblättern spart zunächst viel Zeit, ist aber auf Dauer auch die anstrengendere Variante. Bequemer ist das Fahren mit der passiven Kopfhaltung, bei der der Kopf bequem über den Schultern liegt. Es empfiehlt sich daher im Training verstärkt zu üben, die aktive Kopfhaltung einzunehmen, um im Wettkampf nicht zu verkrampfen.

Testen von A-Z

Im Windkanal können nicht nur die Sitzposition des Fahrers sondern noch viele weitere Kleinigkeiten untersucht werden. Dazu zählen Laufräder und Helm, genauso wie Überschuhe oder Aerosuits. Auch die Positionierung und Form der Trinkflasche ist eine Wissenschaft für sich. Besonders die Frage, ob rasierte oder unrasierte Arme und Beine, sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Aber auch, ob eine Sonnenbrille oder ein Visier die geringeren Verwirbelungen auslöst, kann im Windkanal geprüft werden. Den Tests und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

 

Aerodynamiktest auf der Bahn

Alternativ zum Aerodynamiktest im Windkanal kann man auch auf einer Radrennbahn seine Aerodynamik optimieren. Während der Fahrer auf der Bahn seine Runden dreht, zeichnen spezielle Software-Programme seinen Luftwiderstand beim Fahren auf. Ein neues Programm wurde unlängst in Kanada von der Firma Alphamantis entwickelt.

Mit dem sogenannten Track Aero System können zusätzlich Datensätze zu Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Leistung oder Herzfrequenz während der Testfahrt analysiert und verändert werden. Zu Beginn des Tests wird das Triathlonrad des Athleten genauestens vermessen und die Daten werden auf ein leicht verstellbares Testrad übertragen. So können zeitsparend kleine Korrekturen vorgenommen werden. An der Gabel dieses Rades wird ein Gerät montiert, das alle Daten in Echtzeit an die Aerodynamik-Software auf einem Rechner in der Mitte der Radrennbahn übermittelt. So ergibt sich die Möglichkeit des Live-Feedbacks zu verschiedenen Sitzpositionen oder Materialien. Auf Basis dieses Tests können dann Kaufentscheidungen über Helm, Sattel oder Laufräder getroffen werden.

Nachteile des Tests auf der Bahn

Bei dieser Versuchsreihe gibt es einige kleinere Haken. Zum einen gehört dieser Test mit 489 Euro für das Bikefitting und weiteren 159 Euro für den Test von Materialien zu den teureren Aerodynamikanalysen. Zum anderen ist der Test ortsgebunden an eine Radrennbahn, damit immer Sichtkontakt mit dem Radfahrer besteht. Dies erhöht den Zeitaufwand für die Anreise. Auch ist nicht sicher, ob alle Ergebnisse der Tests auf das Triathlonrad übertragen werden können. Unser Radexperte Benjamin Herrera nennt einen weiteren Nachteil: „Zu berücksichtigen ist auch die Tatsache, dass auf der Bahn kein Wind herrscht. Der Einfluss von Seitenwind ist bei diesem Test nicht simulierbar.“

Vorteile des Tests auf der Bahn

Ein enormer Vorteil ist der geringe Zeitaufwand auf dem Rad während dem Testdurchlauf. Zudem ist das direkte Feedback zentraler Bestandteil des Tests und macht ihn daher auch so effektiv. Fahrer können durch Zurufe der Testleiter innerhalb von wenigen Sekunden Handpositionen oder Kopfhaltungen anpassen. Die Radfahrer müssen nicht mehr anhalten oder Geräte auslesen, denn alle Änderungen auf die Aerodynamik sind direkt sichtbar. „Auf der Bahn nehmen die Radfahrer so eine realitätsnähere Position als im Windkanal ein“, sagt Benjamin. Ob die Position aber auch nach 50 oder mehr Runden noch komfortabel ist, ist eine andere Frage. Dennoch empfiehlt sich das Track Aero System für Zeitfahrer, Triathleten und Straßenradsportler.

 

Was mache ich nun wenn ich meine Radfahrposition verbessern will?

Unser Experte Benjamin rät zuerst einmal zu einer Bikefitting-Analyse. Anschließend könnte man sich im Windkanal oder auf der Bahn einem Aerodynamiktest unterziehen. Dieser schafft neben der optimalen Sitzposition, eine Verbesserung und Perfektion der Haltung von z.B. Händen, Kopf und Armen. Für mehr Informationen oder einem Bikefitting wendet euch gerne an unsere Experten von ProAthletes: https://www.proathletes.de/

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