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Der Wettkampf entscheidet sich im Kopf

Im Juli absolvierte Yong seinen zweiten Ironman. In Klagenfurt ging er an den Start der 226 Kilometer langen Strecke. Top motiviert nach seiner Generalprobe in St. Pölten (Ironman 70.3) legte er die Messlatte mit einer Zielzeit von 9:30 Stunden sehr hoch. Wie es ihm nach Frankfurt 2017 bei seiner zweiten Langdistanz ergangen ist und ob er den Mann mit dem Hammer auf der abschließenden Marathon-Strecke abwehren konnte, erzählte er uns im dritten Interview unserer Serie.

Yongs Vorbereitung auf die Langdistanz in Klagenfurt war von Trainingsabbrüchen und Krankheit gezeichnet. Die letzten Wochen vor dem Wettkampf konnte er seine Einheiten nicht mit 100%iger Leistung durchziehen. Dies rächte sich beim Ironman in Klagenfurt. Er musste sich mit Bauchkrämpfen und Magenschmerzen beim Laufen plagen und konnte sich nur mäßig ins Ziel retten. Mit einer Marathonzeit von 4:01:14h blieb er weit hinter seinen eigens gesetzten Erwartungen. „Ich habe so gekämpft, aber mein Körper wollte einfach nicht“, klagt Yong im Rückblick. Eine große Schuld sieht er in der Ernährung während des Wettkampfs. Die richtige Wahl der Energieriegel, sowie die Portionen, Menge und Zeitpunkte waren alles andere als routiniert. Dabei hatte alles so gut angefangen…

Yong mit Kampfgeist

Nach dem Schwimmen stieg Yong mit einer Top-Zeit von 00:51:57h aus dem Wasser. Beim Radfahren jedoch musste er ein bisschen Zeit einbüßen. Seine geplante Zeit von maximal 05:15:00h auf 180km konnte er nicht einhalten. Mit einer persönlichen Overtime von 18 Minuten trat Yong auf die Laufstrecke. Mit großem Ehrgeiz ging er ein beherztes Rennen an. „Ich habe mich gut gefühlt und wollte die Zeit unbedingt beim Laufen wieder aufholen“, von da an begann Yong zu rechnen. Er wollte unbedingt die verlorenen Minuten aufholen, um doch noch seine Traumzeit zu schaffen. Sein Magen war jedoch nicht stark genug, das Lauftempo von Beginn an zu hoch und der Druck einfach zu stark.

Zwar war die Durchgangszeit über die erste Halbmarathonstrecke mit 01:45:00h noch passabel. Danach verlor Yong aber den Kampf gegen die Uhr. „Irgendwann war mir klar, dass ich das rein rechnerisch nicht mehr laufen kann – ich habe die Rechnung ohne meinen Kopf gemacht“, sagt Yong etwas enttäuscht, „Ich habe mein Ziel einfach zu hochgesteckt und ging mit zu vielen Erwartungen an mich selbst an den Start.“

Trotz aller Widrigkeiten ist er das Rennen tapfer zu Ende gelaufen und eine Zielzeit von 10:33:00h kann sich, auch wenn sie deutlich über der gesetzten Marke liegt, sehen lassen. „Ich wusste schon, dass es hart werden wird. Alle haben immer gesagt: Der Zweite ist der Schwierigste!“ Genau das musste auch Yong am eigenen Leib erfahren. Der Körper kann eben nicht immer die beste Leistung abrufen, egal wie viel und hart man trainiert. An so einem Tag muss einfach alles stimmen. Letztendlich lässt die Freude im Ziel aber fast jeden Schmerz und jede Anstrengung vergessen.

Blick auf 2019

Auch wenn die Motivation danach erstmal etwas nachließ, hat sich Yong wieder gefangen und ist bereit für den letzten Wettkampf der Saison: Der Ironman in Südkorea am 9. September 2018 steht an. „Ich strebe hier gar kein Ticket mehr für Kona an. Ich möchte mir Zeit nehmen, meinen Körper noch besser in einer solchen Extremsituation kennenzulernen. Definitiv ist die Optimierung der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ein wichtiges Ziel bei der kommenden Langdistanz“, verrät Yong: Flugtickets sind gebucht, Gepäck steht bereit und angereist wird 5 Tage vorher. Aber diesmal steht nicht die Leistung im Vordergrund, sondern das aktive Wahrnehmen der körperlichen Leistungsfähigkeit auf der Strecke.

 

Zum Schluss lässt uns Yong aber noch eines wissen: „Den Startplatz für Hawaii 2019 hole ich mir am 30. Juni beim Ironman in Frankfurt!“ Damit ist er wieder ganz der Alte – mit neuen und wichtigen Erfahrungen im Gepäck auf seiner Reise nach Kona.

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