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Die richtige Radbekleidung für unterschiedliche Temperaturen

Jedem dürfte das Sprichwort „Es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung“ bekannt sein. Vor allem Sportler haben hierbei oft die Qual der Wahl. Schwierig wird es vor allem in den Monaten Oktober bis März, wenn die kalten Temperaturen in Deutschland Einzug halten. Während dieser Zeit sollten sich die Sportler eine Minute mehr Zeit vor dem eigenen Kleiderschrank nehmen und mit Bedacht die richtige Radbekleidung auswählen. Die Wahl entscheidet oft zwischen einer angenehmen Trainingseinheit und einer schwächenden Erkältung im Anschluss. Wir geben euch einige Tipps, damit ihr auf dem Rad gut durch die kalte Jahreszeit kommt.

Und die Lösung heißt....

An dieser Stelle dürfen wir das Lösungswort schon einmal Vorwegnehmen: ZWIEBELLOOK! Ohne diese Kleidungstechnik geht im Radsport nichts in den kälteren Monaten. Hierbei werden viele dünne und funktionale Kleidungsstücke übereinander getragen. Dabei übernimmt jede Schicht eine bestimmte Funktion und sorgt so für eine optimale Wärmeisolation nach außen und innen. Zwischen den verschiedenen Schichten befindet sich Luft, welche zusätzlich Wärme speichert. Vor allem für die Berufspendler im Herbst, wenn morgens fast schon eisige Temperaturen herrschen und nach der Arbeit die Sonne ein paar letzte, wärmende Strahlen auf die Erde schickt, ist es von Vorteil das ein oder andere Kleidungsstück ablegen zu können.

Drei Temperatur-Wetterlagen und deine richtige Radbekleidung

Für jede Wetterlage geben wir euch im Folgenden eine Übersicht der optimal zu tragenden Bekleidung: Aufgelistet von Kopf bis Fuß und von außen nach innen. Der Helm ist natürlich immer Pflicht und wird hier nicht extra aufgeführt!

Herbst und Frühling: 9-13 Grad

Auf den ersten Blick keine sehr unangenehmen Temperaturen. Sitzt man aber erst mal auf dem Rad, ändert sich diese Meinung schnell wieder. Schuld ist der sogenannte Windchill-Effekt. Dies bedeutet, dass sich die Temperatur niedriger anfühlt, je stärker der Wind bläst. Umso wichtiger wird hier das Mehrlagenprinzip, um den Wind erfolgreich abzuhalten.

  • Windjacke: Ein windabweisendes und zugleich atmungsaktives Material ist bei diesem Kleidungsstück unabdingbar. Die Windjacke  sollte einen verlängerten Rücken und Ärmel, die das Handgelenk abdecken, aufweisen. Ein schräg angesetzter Reißverschluss, wirft weniger Falten auf und endet zudem nicht direkt unter dem Kinn, so dass kein nerviges Kratzen an der Stelle entsteht. Von Vorteil sind auch noch eingearbeitete Rückentaschen, sowie Reflektoren für die eigene Sicherheit. Wer keine Jacke hat, kann auch einfach eine Weste mit Armlingen kombinieren. Diese können wiederum bei warmen Wetter einfach abgelegt werden.
  • Langarm-Trikot: Bei diesem Kleidungsstück sollte auf eine ausreichende Armlänge geachtet werden. Die Handgelenke sollten bei ausgestreckter Haltung am Lenker vollständig bedeckt sein. Dazu schützt ein verlängerter Rücken vor Kälte und Spritzwasser. Eine leicht verkürzte Front sorgt für einen besseren Sitz am Bauch. Ein körpernaher Schnitt verleiht dem Athleten mehr Aerodynamik und für die Temperaturregulierung sorgt ein langer Reißverschluss. Es sollte auf ein flexibles Material aus schnell trocknendem Polyester geachtet werden. Weiterhin empfehlen sich auch verschließbare Rückentaschen für Geld und Schlüssel.
  • Funktionsshirt: Die wichtigsten Eigenschaften wie ein körpernaher Sitz und atmungsaktives Material sollte das Radfahr-Funktionsshirt erfüllen. Dazu bieten sich Merino-Wolle oder andere klassische Funktionsfasern an. Für ein hautenges Funktionsshirt, als Untershirt bei der Radbekleidung eignet es sich auch oft zu einer kleineren Größe zu greifen. Das Funktionsshirt gehört in jeden Sport-Kleiderschrank!
  • ¾ Hose: Bei einer Radfahrhose kommt es zum einen auf ein gut sitzendes Innenpolster an und zum anderen ist es wichtig, dass der Kniebereich flexibel ist. Zudem muss ein Kompromiss zwischen straffem, engem Sitz und nicht einschneidenden Trägern geschaffen werden. So entsteht ein optimales Fahrgefühl bei komfortablen Sitz und hoher Aerodynamik. Beim Kauf von Radhosen für den Herbst oder Frühling sollten die Knie mit windabweisendem Material abgedeckt sein, die Nieren mit Frottee geschützt und sich Reflektoren hinten und seitlich befinden. Ein Tipp ist auch unter der ¾-Hose Beinlinge zu tragen, um das Knie doppelt zu schützen.
  • Zehenwärmer: Diese Radbekleidung eignet sich vor allem für den Herbst bzw. beginnenden Winter. Die Zehenwärmer sollten wind- und wasserabweisend sein. Ein guter Sitz mit einer ausreichend großen Öffnung für die Pedalaufnahme ist auch von Nöten. Zudem sind eingearbeitete Reflektorelemente für die Sicherheit nie verkehrt. Zehenwärmer oder auch toe cover findest du bei uns von Sailfish oder Blueseventy.

Milder Winter 2-8 Grad

Wer hier von schneeweißen Feldern träumt, wird in dieser Zeit wohl enttäuscht aus dem Haus blicken. Meist ist das Bild bei diesen Temperaturen geprägt von Regen (oder ähnlichem das vom Himmel kommt), Matsch auf den Straßen und einem kühlen Wind der einem ins Gesicht bläst. Aus 5 Grad Celsius bei 10km/h Windgeschwindigkeit werden aufgrund des Windchill-Effekts schnell mal 2-3 Grad und bei 20km/h fühlt man schnell -3 Grad in der Umgebung. Nicht unbedingt Idealbedingungen, die man sich für eine schöne Ausfahrt mit dem Rad wünscht. Trotzdem könnt ihr euch mit unseren Tipps warm halten und dem Wetter trotzen.

  • Kopfbedeckung: Einen Großteil der Wärme verliert der Mensch über den Kopf. Wenn der Fahrtwind um die Ohren pfeift ist eine Mütze oder ein Stirnband deshalb von großer Bedeutung. Die Kopfbedeckung schützt nicht nur die Ohren, sondern auch den Stirnbereich, der dem ständigen Windzug ausgesetzt ist. Sie sollte flexibel und nicht zu dick sein, damit der Helm seinen gewohnten Sitz beibehält. Praktisch ist auch ein Schlauchtuch, das du als Schal und Mütze zu gleich nutzen kannst.
  • Jacke: Bei der Jacke empfiehlt es sich ein Softshell-Material zu wählen, es ist wärmer als eine Regen- oder Windjacke, rägt jedoch weniger auf als eine gefütterte Jacke. Darunter passt dann immer noch ein Kurz- oder Langarmtrikot je nach Temperatur. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Bedienung des Reißverschlusses auch mit Handschuhen möglich ist.
  • Trikot: Im Winter bekommt das Radtrikot eine ganze neue Funktion zugeschrieben. Während es in den Sommermonaten noch sichtbar oben getragen wurde, verbringt es im Winter die meiste Zeit zwischen Unterhemd und Jacke. Daher sollte das Trikot die Feuchtigkeit effektiv nach außen leiten. Eine wind- und wasserabweisende Funktion braucht es an dieser Stelle nicht zu erfüllen. Dafür sollte es aber schmal geschnitten sein, um drückende Falten unter der oberen Wetterschutzschicht zu vermeiden.
  • Funktionsshirt: Das Funktionsshirt eignet sich bei der Radbekleidung für den milden Winter perfekt als Basislage – Unterhemd! Bei guter Passform lässt es jede Bewegung zu und ist somit die erste Stufe eines erfolgreichen Temperaturmanagements. Seine Funktion erfüllt das Funktionsshirt dann perfekt, wenn sehr wenige oder gar keine Nähte vorhanden sind. Somit werden Reibungs- und Druckpunkte auf dem Körper vermieden.
  • Handschuhe: Für Ausfahrten bei niedrigen Plusgraden reichen oft Fingerhandschuhe, die winddichte und gefütterte Eigenschaften aufweisen. Bei diesen dünneren Handschuhen wird die Schalt- und Bremsfähigkeit auf dem Rad nicht eingeschränkt. Trotzdem wird verhindert, dass die Finger zu kalt und klamm werden. Für einen optimalen Halt am Lenker sorgen Noppen oder Gummiaufdampfungen.
  • Hose: Eine Hose für das Radfahren im milden Winter sollte vor allem an den Stellen, die dem Wind besonders ausgesetzt oder allgemein etwas empfindlicher sind, einen guten Windschutz bieten. Neben den Knien ist dies vor allem der Unterleibsbereich. Die Winter-Tight sollte auf jeden Fall lang sein und kann gerne mit der Sommerradhose kombiniert werden, um Nieren und Oberschenkel zusätzlich zu wärmen.
  • Überschuhe: Das klassische Material für Überschuhe ist Neopren. Es ist gleichzeitig windabweisend und wasserdicht und hält den Fuß warm. Für das An- und Ausziehen ist eine große Einstiegsöffnung von Vorteil. Neben einem Reißverschluss ist auch Klett denkbar für das Öffnen und Schließen der Schuhe. Letzteres ist aber anfälliger für den Matsch, der im milden Winter ja öfter mal auf den Straßen anzutreffen ist.

Kalter Winter < 2 Grad

Selbstverständlich, dass sich während dieser eisigen Zeit viele Radbegeisterte lieber auf die heimische Rolle oder den Ergometer setzen, als draußen zitternd durch die Prärie zu düsen. Für unsere Hartgesottenen haben wir hier aber einfache Tipps zur Radbekleidung, damit keiner mehr bibbernd auf dem Rad sitzen muss. So macht auch Radfahren im Winter bei Minusgraden jede Menge Spaß und man erzielt den nötigen Trainingseffekt für die kommende Saison!

  • Maske: Bei Temperaturen unter 2 Grad sollte eine Maske oder Sturmhaube fester Bestandteil der Radbekleidung sein, die auch den Mund- und Nasenbereich bedeckt. Dadurch wird die Luft etwas angewärmt, bevor sie in die Atemwege gelangt. Einzig die Augen sollten bei der Maske ausgespart sein, sodass die Sicht beim Radfahren nicht beeinträchtigt wird.
  • Jacke: Bei diesem Kleidungsstück darf die Thermo-Eigenschaft auf keinen Fall zu kurz kommen. Vor allem Softshell-Jacken verfügen über diese Charakteristika. Stretchingeinsätze am Rücken und eine windgeschützte Front helfen gegen die eisigen Temperaturen. Der Silikonabschluss an der Hüfte verhindert ein nach oben rutschen der Jacke. Zudem hält ein doppelter Kragen warm und lässt wenig Luft unter die oberste Schicht. Die Reflektoren an der Jacke schützen in der dunklen Jahreszeit vor dem Übersehen werden.
  • Trikot: Ähnlich zu dem Trikot im milden Winter hat das Radtrikot für den kalten Winter die gleichen Aufgaben zu erfüllen. Darüber hinaus sollte es aber ein bisschen dicker sein. Genauer gesagt heißt das innen flauschig, oben einen hohen Kragen, seitlich lange Ärmel und unten einen lagen Rücken. Somit wird gewährleistet, dass die Kälte keinen Einzug unter das Trikot findet.
  • Funktionsshirt: Gut natürlich wenn von oben schon die Jacke und das Radtrikot, die Kälte abhalten. Besser aber noch, wenn die unterste Schicht auch noch schön warm hält. Bei einem Merino-Anteil in der Funktionswäsche vergisst man fast schon wie kalt es eigentlich draußen ist. Der Stoff hat eine optimale Wärmeisolierung und ist auf der Haut angenehm zu tragen. Der Feuchtigkeitstransport funktioniert dank dem Kunstfaseranteil im Funktionsshirt.
  • Handschuhe: Eins ist bei Kälte klar: Je isolierter ein Körperteil, desto schneller wird es kalt und man friert an der Stelle. Daher findet man bei Handschuhen für den Winter oft Fäustlinge. Bei Radfahrern sind diese aber etwas problematisch, denn eine filigrane Schaltung oder auch das Bremsen werden so zur echten Herausforderung. Daher gibt es speziell für Fahrer eine Zwischenlösung von Fäustlingen und normalen Fingerhandschuhen: der Lobster. Wie bei einem Hummer sind hier einfach immer zwei Finger gemeinsam in einer Stoffhöhle. Außer der Daumen, der bleibt für das richtige Fahrgefühl und Handling alleine. Zusätzliche Wärme verschafft es, wenn man drunter noch dünne Stoffhandschuhe trägt.
  • Hose: Neben den Minusgraden macht den Fahrern natürlich der eisige Fahrtwind im Sattel zu schaffen. Durch den Windchill-Effekt wird es da nochmal um einiges frostiger auf dem Rad. Daher empfiehlt sich eine Radhose mit komplett winddichter Front. Damit kein bisschen Luft durch die Hose dringt. Die Membran der Radhose schafft es zudem noch die Feuchtigkeit von außen abzuhalten. Gut ist es, wenn die Tights bereits vorgeformt sind. Dies erkennt man daran, wenn die Tights auf dem Bügel hängt und die Knie bereits nach vorne etwas ausgebeult aussehen. So ist der Sitz auf dem Rad schon vorgegeben.
  • Sohlen: Über dieses Gadget freuen sich nicht nur Frauen, sondern auch Sportler, die auf dem Rad schnell kalte Füße bekommen. Mit Heizeinlagen oder Thermo-Einlegesohlen kann man sich die Wärme in den Schuh zaubern. Die Sohlen werden einfach in den Schuh gelegt und der Akku mittels Clips am (Über-) Schuh befestigt. Im Vorfeld kann man über die Schaltzentrale die gewünschte Temperatur in Schuh einstellen.
  • Schuhe: Selbstverständlich dürfte sein, dass Radschuhe für den Winter wind- und wasserfest sein müssen. Viele Modelle sind hierbei aus Neopren gefertigt. Optimal ist es, wenn der Schafft der Schuhe über dem Knöchel endet und eng am Bein sitzt. Oft empfiehlt es sich die Schuhe eine Nummer größer zu kaufen, um eventuell auch zwei Socken übereinander tragen zu können.

Damit ihr sicher und warm unterwegs seid, solltet ihr nochmal einen Blick in euren Kleiderschrank werfen, ob ihr für das kühle Klima gut gewappnet seid. Und dann kann es los gehen zur ersten Radausfahrt bei vermeintlich „ungemütlichen“ Wetterbedingungen!

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