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Radfahren in der Gruppe

Bei vielen Triathleten gilt das Radfahren als wichtigste Disziplin. Durchschnittlich verbringt ein Kurzdistanz-Triathlet mehr als 50 Prozent des Rennens auf dem Rad. Auf der Mittel-und Langdistanz sind es sogar noch mehr. Nicht selten werden Wettkämpfe durch eine schnelle Zeit auf dem Rad entschieden. In speziellen Trainingscamps finden Triathleten ideale Bedingungen, um sich zusammen mit Gleichgesinnten gezielt vorzubereiten und im Wettkampf eine Top-Leistung zu bringen. Das Radfahren in der Gruppe erfordert jedoch eine besondere Sorgfalt sowie eine hohe Rücksichtnahme gegenüber anderen Teamkollegen.

Was muss ich beim Radfahren in der Gruppe beachten?

Bevor eine Tour stattfinden kann, sollte jeder Radfahrer zunächst das Rad auf seinen technischen Zustand überprüfen. Neben einer angemessenen Kleidung und Beleuchtung, ist es empfehlenswert, dass jeder Teilnehmer einen Ersatzschlauch, eine Pumpe sowie ein Minitool für Pannen dabei hat. Ebenso wie ein Fahrradfahrer im Großstadtverkehr, ist auch der Triathlet für sein Material im Trainingslager selbst verantwortlich und fährt auf eigenes Risiko.

Wenn das Material überprüft ist, muss das Fahren in der Gruppe erlernt werden. Grundsätzlich müssen Radfahrer nach der Straßenverkehrsordnung in einer Reihe auf der rechten Straßenseite hintereinander fahren. Anders sieht das bei einer Gruppe von mindestens 16 Teilnehmern aus - in diesem sogenannten Verband dürfen die Radfahrer in der Zweierformation fahren, wenn die übrigen Verkehrsteilnehmer dadurch nicht behindert werden können. Wenn der Verband geschlossen gefahren wird, also wenn sich keine Lücke zwischen den einzelnen Radfahrern sich bildet, gilt der Verband nach § 27 Abs.1 Satz 2 StVO als ein einzelner Verkehrsteilnehmer.

In der Gruppe wird möglichst kompakt bzw. eng nebeneinander und immer bremsbereit gefahren. Unnötig Bremsmanöver sind jedoch zu vermeiden und Tempoänderungen sowie Gefahren am Straßenrand müssen per Handzeichen angezeigt werden. Der Führende ist das Auge der Gruppe, da die nachfolgenden Fahrer nach vorne nicht viel mehr sehen als das Hinterrad ihres Vordermanns. Er muss die Zeichen früh genug geben, damit die Nachfolgenden genügend Zeit haben, um zu reagieren und das Sig­nal nach hinten weiterzugeben.

Diese wichtigen Handzeichen sollte jeder Radfahrer kennen:

Hinweis zum Anhalten
© Frank Wechsel / tri-mag.de

Flache Hand ist nach oben gestreckt

Hinweis für die ganze Gruppe anzuhalten, zum Beispiel an Straßenkreuzungen mit Stoppschild, roten Ampeln, geschlossenen Schranken oder wenn ein Hindernis im Weg steht

Aufforderung zum Anhalten
© Frank Wechsel / tri-mag.de

Handfläche wird auf Hüfthöhe nach unten/hinten gehalten

Aufforderung zum langsamer fahren, beispielsweise vor ­einem Kreisverkehr

Warnung vor Unebenheiten
© Frank Wechsel / tri-mag.de

Zeigefinger zeigt gestreckt auf die Fahrbahn

Hinweis auf alles, was nicht überfahren werden soll: Schlaglöcher, Gullydeckel, Glasscherben etc. auf dem Boden

Warnung vor Hindernissen
© Frank Wechsel / tri-mag.de

Winken mit dem ganzen Arm hinter dem Rücken

Warnung vor Hindernissen am Fahrbahnrand, beispielsweise Poller oder parkende Fahrzeuge

Verhalten bei Anstiegen und Abfahrten

Besondere Rücksicht ist auch auf Bergetappen gefragt. Fährt die Gruppe gemeinsam zum Bergziel, so ist von den Führenden ein Tempo anzuschlagen, welches niemand in der Gruppe überfordert. Ein runder Tritt ist empfehlenswert, da ein plötzlicher Wiegetritt die Hinteren kurzfristig in Gefahr bringen kann. Grundsätzlich ist es aber ratsam nicht als Gruppe den Berg zu erklimmen, damit jeder sein eigenes Tempo fahren kann und sich nicht von anderen zu einem zu schnellen Angang verleiten lässt. Sammelpunkt ist grundsätzlich der höchste Punkt.
Wie bergauf so sollte auch bergab jeder sein eigenes Tempo fahren. Man sollte sich also nicht unter Druck setzen lassen und auch bergab kein Rennen gegeneinander fahren. Um für zusätzliche Sicherheit zu sorgen ist es sinnvoll, die Gruppe vor der Abfahrt auseinanderzuziehen und einzeln abzufahren.

Worauf sollten unerfahrene Radfahrer achten?

Fahrer, die in der Gruppe neu sind, können zur Eingewöhnung im hinteren Teil des Feldes fahren und so von den Erfahreneren lernen. Da es in der Gruppe während der Fahrt auch zu Berührrungen kommen kann, sollten die Teilnehmer diese Situation im Vorfeld schon geübt haben. Vor dem ersten Trainingslager kann es daher empfehlenswert sein, ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren.