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Schwimmen und Laufen von Insel zu Insel

Von CNN als eine der härtesten Ausdauersportarten gewählt, erfreut sich der Swimrun zunehmender Beliebtheit in Europa. Wie? Noch nie was von Swimrun gehört? Dann wird es aber langsam Zeit diese Herausforderung genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir erklären euch was diese Sportart so besonders macht und was es genau damit auf sich hat.

Vier Männer, eine Wette... und die Idee war geboren

Alles begann mit einer Wette in den Schärgen Stockholms. Von der Insel Utö aus hieß es für vier Männer auf dem 75km entfernten Eiland Sandhamn schneller anzukommen als das gegnerische Team. Das 2er Team, das zuletzt das Ziel erreicht muss die Kosten für Hotel, Essen und Getränke übernehmen. Wenige Tage später starteten sie schwimmend und laufend und mit viel zu viel Gepäck in das Abenteuer des modernen Inselhoppings. Das Gewinnerteam benötigte 26 Stunden für die Strecke - der Schläufer war geboren!

„Eine Mischung aus Schwimmer und Läufer. Viele denken, Swimrun sei wie ein Triathlon ohne Fahrradfahren, doch das ist es nicht. Wir sind eher Amphibienwesen. Man schwimmt mit Schuhen und läuft im Neoprenanzug“, wie der deutsche André Hook gegenüber SPIEGEL ONLINE verrät. Zusammen mit seinem Sportpartner Wolfgang Grohé nahm er bei den Swimrun-Weltmeisterschaften in Ötillö in Schweden teil. Als halb Schwimmer, halb Läufer ist der Swimrunner dem Triathleten oder Aquathlon-Teilnehmer ähnlich und doch ganz anders. Die Sportarten Schwimmen und Laufen finden nicht hintereinander statt, sondern in ständigem Wechsel. Auf 10 km Laufen kommen circa 1 bis 2 Kilometer Kraul-Schwimmen.

Swimrun auf dem Vormarsch in Europa

Heutzutage gibt es zehn Swimruns, die unter der Dachmarke Ötillö (schwedisch für „von Insel zu Insel“) stattfinden. Darüber hinaus gibt es jährlich noch bis zu 40 unabhängige Events über unterschiedliche Distanzen und auch eine Weltmeisterschaft. Die Sportart ist bisher nur in wenigen Gebieten Europas bekannt. Zu diesen zählen die Schweiz, Deutschland, Österreich und die skandinavischen Länder. Ob im warmen Tirol oder im eiskalten Norden – für jeden ist das passende Terrain dabei.

Als Teamsport ist der Swimrun eine besondere Sportart im Ausdauerbereich. Von Beginn an steigt man mit seinem Teampartner ins Wasser oder begibt sich auf die Laufstrecke. Ganz nach dem Motto: Geteiltes Leid ist halbes Leid! Viel Motivation und Begeisterung werden auf der Strecke aufgebracht, um den Partner voranzutreiben. Bis ins Ziel müssen beide den Wettkampf gemeinsam durchlaufen. Dafür dürfen sie sich im Wasser maximal 10 m und beim Laufen nicht mehr als 50 m voneinander entfernen. Vor allem der Sicherheitsaspekt steht hier an erster Stelle. Bei mehr als 30-40 Wechsel vom Schwimmen zum Laufen kann der Veranstalter nicht so viel Personal bereitstellen, dass die Gewässer ausreichend überblickt werden.

Für die Sicherheit werden die Taschen voll

Zur Pflichtausrüstung gehört daher neben einem festen Wettkampfpartner auch eine Trillerpfeife, ein Kompass, ein GPS-Sender, eine Landkarte und Verbandszeug. Zudem sind für das Laufen schnelltrocknende Laufschuhe sinnvoll, da diese auch im Wasser getragen werden. Beim Schwimmen sind Hilfsmittel in Form von Paddles, Pull-Buoy oder Schwimmflossen während des Wettkampfes erlaubt. „Als die Swimrun-Idee entstand, dachte man, die Distanzen seien so groß, dass niemand sie an einem Tag schaffen kann. Daher sind Hilfsmittel erlaubt. Mittlerweile relativiert sich das Wettrüsten. Wir sind vergangenes Jahr ohne Paddles angetreten. Flossen zum Beispiel müssten die Athleten ständig an – und ausziehen und beim Laufen in der Hand tragen. Das ist deswegen eher kontraproduktiv“, erklärt Hook.

Der Neoprenanzug stellt beim Laufen wiederum eine Herausforderung dar. Damit das Material an den Armen und Beinen nicht scheuert, werde diese kurzerhand über dem Ellbogen und dem Knie abgeschnitten. Bekannte Neoprenhersteller wie Orca, Camaro, Head und Huub entwickelten bereits Spezialanzüge für die Anhänger des Swimruns. Das aktuelle Modell von Orca findet ihr auch bei uns im Shop: Orca SwimRun Neoprenanzug.
Dabei können Arme und Beine problemlos gekürzt werden. Zudem wurde dickes Neoprenmaterial an Brust und Beinen verwendet, um den Auftrieb zu sichern, während dünneres Material an Schultern und Hüfte für Flexibilität sorgt. Der Kragen wurde so gefertigt, dass er beim Laufen nicht scheuert und Taschen liefern Platz für Kompass, Pfeife oder Snacks. Ein Frontzipper ermöglicht ein schnelles Aus- und Anziehen, um beim Laufen nicht zu überhitzen. Bei Wettkämpfen über lange Distanzen mit vielen Wechseln, sollte das Equipment einwandfrei funktionieren und belastungsfähig sein.

Wer nicht trainiert geht Baden

Die Leistungsfähigkeit des Athleten kann man sich aber nicht erkaufen. Diese muss mit vielen Stunden im Schwimmbad und auf der Bahn hart erkämpft werden. Vor allem in den Wintermonaten muss der Trainingsfleiß hoch sein, um im Frühjahr fit in die Saison starten zu können. Der Beitritt in einen Triathlon-Verein zahlt sich besonders beim Training aus. Man trainiert zum einen unter sachkundiger Anleitung und erhält Zugang zu speziellen Trainingseinrichtungen und zum anderen verbindet das Gemeinschaftsgefühl den inneren Schweinehund zu überwinden. Auch die Trainingseinheiten mit dem Partner sind empfehlenswert, um die Stärken und Schwächen des anderen kennenzulernen. Zudem ist die gemeinsame Teilnahme an Testrennen ist sinnvoll, um den jeweiligen Leistungsstand der Teampartner unter Wettkampfbedingungen zu überprüfen und die individuelle Trainingsintensität entsprechend anzupassen.

Abwechslung statt stupides Kräfte zehren

Wer sich beim Ironman über die 3,8 km Schwimmen quält und sich sehnsüchtig das Radfahren oder Laufen wünscht, der findet beim Swimrun viel Abwechslung. Lange Distanzen treten in den Hintergrund, da nur von Etappe zu Etappe gedacht wird, merkt man nicht, dass man am Ende einen ganzen Marathon und ein langes Freiwasserschwimmen absolviert hat. Auch die Begleitung in Form des Teamkameraden kann manchmal ungeahnte Kräfte freiwerden lassen.