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Taugen Laufschuhe vom Discounter?

Kaum ein anderes Sporthobby ist so einfach und kostengünstig zu betreiben wie das Laufen. Man ist nicht angewiesen auf Hallen, eine Mitgliedschaft im Verein, andere Läufer oder Sportgeräte. Nur ein gutes Schuhwerk sollte man besitzen. Aber da fängt der Laufsport dann doch an kompliziert zu werden. Die Laufschuhe gehen schnell ins Geld und viele Läufer fragen sich: Müssen es die Markenschuhe aus dem Sportfachgeschäft sein oder reichen auch Modelle aus dem Discounter?

Bei anderer Laufbekleidung wie Socken, Jacken, Shirts oder Tights ist es gar nicht so verpönt, diese beim Discounter um die Ecke einzukaufen. Viele haben günstige Kleidung neben den Sportmarken im Schrank hängen. Warum sollten also nicht auch Laufschuhe von Lidl & Co den Sprung in das heimische Schuhregal neben Nike, Adidas oder Asics schaffen? Zwei Tests von FIT FOR FUN und der Deutschen Sporthochschule Köln zeigen uns wie die No-Name-Schuhe tatsächlich abschneiden.

Test Nummer 1: FIT FOR FUN und die Lidl-Laufschuhe

Beim Test der FIT FOR FUN wurden Laufschuhe von Lidl einem Testlauf unterzogen. Bei einem Preis ab 12,99 € kosten die Laufschuhe in diesem Discounter gerade mal ein Zehntel der Top-Modelle der üblichen Markenhersteller. Besonders auffällig ist bei den Laufschuhen, dass für Damen und Herren jeweils nur ein Modell verfügbar ist – ein Neutralschuh. Dieser ist aber nur für Jogger ohne orthopädische Beschwerden geeignet.
Trotzdem locken Artikelbeschreibungen über Materialien und Technologien. So ist oft die Rede von einer „stoßabsorbierenden Phylon-Zwischensohle“ oder „profilierter, rutschhemmender Laufsohle“ mit „Traction Control“ und „Grip Motion“. Kaum ein Laufschuhkäufer kann mit diesen Anglizismen ohne eine ausführliche Beratung etwas anfangen. Diese gibt es aber bekanntlich nicht im Discounter.

Im Test schließen die Laufschuhe von Lidl auch eher mäßig ab. Das Fazit von Testläufer und FIT FOR FUN- Redakteur Gunnar Ebmeyer fällt eher ernüchternd aus: An der Dämpfung im Vorfuß-Bereich und an der Ferse wurde extrem gespart und auch das Abrollverhalten der Laufschuhe ist eher unflexibel. Der Schuh biegt sich beim Abrollen kaum.
Die Laufschuhe von Lidl sind eher ungeeignet zum Joggen und auch eine passende Beratung, so wie eine Auswahl an verschieden Modellen sucht man im Discounter vergeblich. Daher lohnt es sich laut der FIT FOR FUN beim anstehenden Kauf von Laufschuhen ein Fachgeschäft mit individueller Beratung aufzusuchen.

Test Nummer 2: Deutsche Sporthochschule Köln unterscheidet nach Laufkomfort und Haltbarkeit

In einem zweiten Test nahm die Sporthochschule Köln fünf teure und fünf günstige Laufschuhe genau unter die Lupe.

Laufkomfort

Zuerst wurde der Laufkomfort durch eine biomechanische Laufanalyse mit Probeläufern untersucht. Dabei wurden gängige Werte wie „Kraftspitze“, „Rückfußwinkel“ oder „Schienbeinbeschleunigung“ analysiert und Gelenkbewegungen von Hüfte, Knie und Sprunggelenk gemessen. Beim Ergebnis waren auch die Wissenschaftler überrascht, denn zwei Billigschuhe unterschieden sich in der Laboruntersuchung nicht von den teuren Markenschuhen. Trotzdem fielen die anderen günstigen Laufschuhe im Komforttest durch und auch die Probeläufer empfanden die Markenmodelle allesamt bequemer als die Modelle vom Discounter.

Haltbarkeit

Gemäß dem DIN-Standard wurden die Laufschuhe in einem zweiten Test auf Schockabsorption, Biegeverhalten und Abriebwiderstand getestet. Dabei schnitten nicht nur die Schuhe vom Discounter schlecht ab. Bei einem Biegetest, der 30.000 Schritte simuliert bildeten sich sowohl bei den Marken, als auch bei den No-Name-Modellen Risse im Material. Im gesamten Vergleich hatten die Markenschuhe trotzdem beim Thema Haltbarkeit die besseren Argumente.

Fazit der Tests

Die günstigen Modelle in der Preisklasse 20 bis 25 Euro können zwar nicht in allen Disziplinen mit den 120 bis 180 Euro teuren Markenmodellen mithalten, doch überzeugen sie immerhin in einigen Rubriken. Auch bei teuren Schuhen muss hin und wieder eingestanden werden, dass sie ihr Geld im Vergleich mit anderen Markenschuhen vielleicht nicht wert sind und aus der Reihen tanzen.

Es steht fest, dass es einfach sehr schwierig ist die individuell richtigen Laufschuhe zu finden. Zum einen weil im Discounter kein Laufband zur Laufanalyse steht und zum anderen weil im Sportfachgeschäft der gute Service und die teuren Marken eben auch ihren Preis haben. So muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er gehen bzw. laufen will.

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