Allgemeines

Regeneration dank Kompression

von Karen Böhnke - 5 Oct, 2017

TÀgliches oder mehrfach wöchentliches Training, sowie WettkÀmpfe zehren an unserem Körper. Um mittel- und langfristig ein höheres Leistungsniveau zu erreichen, braucht es aber nicht nur hartes Training sondern auch ausreichend Regenerationsphasen. Denn wÀhrend der Belastung, besonders bei intensiven Einheiten, wird unter anderem die Muskelstruktur geschÀdigt und der SÀure-Basen-Haushalt sowie der Blutzuckerspiegel verschoben.$PreviewBreak

Um die Folgen der Belastung auszugleichen, braucht der Körper unterschiedlich lange – bis zu 72 Stunden kann der Erholungsprozess nach intensiven Trainingsbelastungen dauern. Doch oft steht die nĂ€chste Einheit schon deutlich frĂŒher auf dem Plan. Wie also die Regeneration so verkĂŒrzen, dass man nicht ins Übertraining steuert? Hier kommt Kompressionskleidung ins Spiel. Diese unterstĂŒtzt Sportler bei einer besonders effektiven und schnellen Erholung.

 

Wie funktioniert Kompressionsbekleidung?

Kompressionsbekleidung liegt wie eine zweite Haut am Körper an und wird schon seit vielen Jahren in der Medizin bei Thrombose Patienten eingesetzt.

Das Prinzip ist einfach: Durch die Kompression, also den gezielten Druck von außen, soll der Blutfluss verstĂ€rkt werden. Einerseits wird durch den Druck auf die Arterien die Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff und NĂ€hrstoffen gefördert, andererseits wird mit dem Druck auf die Vene der BlutrĂŒckfluss und der Abtransport von Abfallprodukten wie Laktat begĂŒnstigt.

Lässt sich der Effekt wissenschaftlich nachweisen?

Wie so oft in der Wissenschaft, gibt es keinen deutlichen einhelligen Konsens. Der Effekt der Kompression ist zwar in diversen Studien beobachtet worden, eindeutig nachgewiesen sind die versprochene Effekte allerdings nicht. Lediglich der verbesserte venöse RĂŒckstrom und damit der schnellere Abbau des Laktats scheint ĂŒbereinstimmend bewiesen worden zu sein.

Erst kĂŒrzlich kam ein neuseelĂ€ndisches Forschungsteam, das die Wirkung von Kompressionskleidung auf die Regenerationszeit untersuchte, zu der Schlussfolgerung, dass das Tragen von Kompressionskleidung wĂ€hrend der Regeneration wahrscheinlich von Vorteil und sehr unwahrscheinlich schĂ€dlich fĂŒr gut trainierte Sportler ist. Frei nach dem Motto: „Auch wenn es nicht hilft, so schadet es zumindest nicht!“

Der regenerative Effekt scheint aber auch gar nicht so sehr davon abzuhĂ€ngen, was nachgewiesenermaßen passiert oder nicht passiert. Viel wichtiger ist vielleicht das subjektive Empfinden. Denn bis zu 25 Prozent der Wirkung einer Regenerationsmaßnahme kann die Psyche ausmachen. Und tatsĂ€chlich finden sich in jeder Studie Anmerkungen dazu, dass die Probanden sich subjektiv besser fĂŒhlten als gĂ€nzlich ohne (vermeintliche) Regenerationshilfe.

Aufgepasst beim Kauf von Kompressionskleidung

Kompressionsbekleidung sollte möglichst eng am Körper anliegen, daher sind die GrĂ¶ĂŸenangaben der Herstellerfirmen genauestens zu beachten. Die GrĂ¶ĂŸe beispielsweise von Calf Sleeves orientiert sich am Wadenumfang. Dort ist es vergleichsweise einfach die richtige GrĂ¶ĂŸe zu finden. Andere Kompressionsbekleidung wie eine Hose mĂŒsste optimalerweise individuell angepasst werden, da von der KleidergrĂ¶ĂŸe nicht auf den Oberschenkel- und Wadenumfang geschlossen werden kann.

Wird die Kompressionsbekleidung also zu groß gekauft, geht der Kompressionseffekt verloren. Doch auch zu kleine Kompressionsbekleidung kann unangenehm sein und auf Dauer sehr anstrengen, wenn man sich bei jedem Anlegen der Kleidung mit grĂ¶ĂŸter MĂŒhe in die Öffnungen hinein und auch wieder hinaus zwĂ€ngen muss.