Triathlon

Was du bei einem Neoprenanzug beachten solltest

von Katrin SpÀgele - 2 Jun, 2018

FĂŒr Freiwasserschwimmer und Triathleten mit das wichtigste Equipment stellt der Neoprenanzug dar. Er hilft beim Schutz gegen die KĂ€lte, verleiht Auftrieb und bietet dank seiner OberflĂ€chenbeschichtung einen verringerten Widerstand im Wasser. Voraussetzung fĂŒr die Vorteile eines Neos ist die richtige Passform. Darauf sollte beim Kauf unbedingt geachtet werden. Auf welche Besonderheiten ihr bei einem Neoprenanzug noch achten mĂŒsst, zeigen wir euch hier.$PreviewBreak

FlexibilitÀt und Auftrieb beim Neoprenanzug

ZunĂ€chst einmal spielen FlexibilitĂ€t und Auftrieb eine wichtige Rolle bei der Entscheidung fĂŒr den richtigen Neoprenanzug. Reichlich Auftrieb bietet das bis zu 5mm dicke Neoprenmaterial an der Brust, zum Teil ergĂ€nzt um sogenanntes Aerodome Material, das eine Vielzahl ein kleinen Luftkammern besitzt. UnterstĂŒtzt wird der Auftrieb durch die Stabilisierung des Körpers mithilfe von Panels, die an der HĂŒfte eingearbeitet erden. Sie reduzieren beispielsweise Schlingerbewegungen oder krĂ€ftigen den Rumpf.

Die FlexibilitĂ€t bei einem Neoprenanzug sollte vor allem im Schulter- und Armbereich gegeben sein. Erst dann kann die Schwimmtechnik sauber angewendet und durchgefĂŒhrt werden. Wenn Schwimmer eingeengt in ihrer Beweglichkeit sind, fĂŒhren sie oft Ausgleichsbewegungen der Arme durch und verlieren so an Effizienz. Zudem wirkt der Neopren in diesem Bereich bei fehlender FlexibilitĂ€t oft wie ein Gummiband – ein Widerstand – welcher bei jedem Armzug erneut ĂŒberwunden werden muss. Die NeoprenanzĂŒge sind im Bereich rund um den Schulter- und Armbereich nur etwa ein 1mm dĂŒnn.

Maximale FlexibilitĂ€t findet sich aber zumeist nur bei teureren Modellen. Preiswerte NeoprenanzĂŒge sparen oft am Material und sind etwas störrischer als ihre teuren Mitstreiter. Um einen qualitativ hochwertigen Neopren zu bekommen, sollte man also etwas tiefer in die Tasche greifen.

Eigenschaften und Materialien eines Neoprenanzuges

Die meisten Hersteller fĂŒr NeoprenanzĂŒge verwenden Neopren des japanischen Lieferanten Yamamoto. Dieses gibt es in verschiedenen QualitĂ€ten, die nummeriert sind. Je höher die Nummer, desto grĂ¶ĂŸer die Anzahl der eingeschlossenen GasblĂ€schen und desto flexibler ist das Material. Das aktuell flexibelste Neopren ist Yamamoto #45.

Um die OberflĂ€che des aufgeschĂ€umten Neoprens zu glĂ€tten wird es beschichtet. Die Beschichtung verhilft dem Anzug zu einem geringeren Wasserwiderstand, sorgt dafĂŒr, dass an der Luft das Wasser schneller abperlt, erhöht die Isolationswirkung und macht die OberflĂ€che unempfindlicher.

Die Innenseite des Neoprenanzugs wird als Inner Layer bezeichnet und besteht zumeist aus Nylon. Da das Innenfutter fest mit dem Neopren verbunden ist, muss es eine hervorragende DehnfÀhigkeit aufweisen, damit die maximale FlexibilitÀt des Anzugs gewÀhrleistet ist.

Passform des Neoprens

Der Neoprenanzug sollte am Körper anliegen wie eine zweite Haut. Denn wenn er nicht optimal sitzt und zu groß ist, lĂ€uft stĂ€ndig neues, kaltes Wasser in den Neo. Dieses muss vom Körper dann immer wieder neu erwĂ€rmt werden. Dies kostet den Körper zum einen viel Energie und stellt zum anderen ein unangenehmes GefĂŒhl dar. Ein besonders kritischer Punkt ist der Halsabschluss des Neoprenanzugs. Er darf nicht einschneiden oder scheuern, muss aber eng genug sitzen, damit kein Wasser eindringt.

Neoprenverleih und Testschwimmen

Besonders Einsteigern sei empfohlen vor einem Kauf verschiedene NeoprenanzĂŒge ausgiebig zu testen. Die besten Voraussetzungen dafĂŒr bietet der regelmĂ€ĂŸig stattfindende Neoprentest, bei denen Interessenten die Möglichkeit haben, verschiedene Marken zu testen und fĂŒr sich das passende Objekt auszuwĂ€hlen. Bei einem Neoprentestschwimmen können die infrage kommenden AnzĂŒge unter gleichen Bedingungen im Wasser verglichen werden. So schwimmt man beispielsweise in jedem Neoprenanzug 100 Meter im Wettkampftempo und stoppt dabei die Zeit. Das Hauptaugenmerk sollte aber auf der Passform liegen.

Da man sich nicht auf alle Besonderheiten eines Neoprens konzentrieren kann, soll sich der potentielle KĂ€ufer beim Testschwimmen auf einige Kernpunkte, die der neue Neoprenanzug erfĂŒllen soll, fokussieren. Diese eingehend ĂŒberprĂŒft und auf die persönliche Eignung geprĂŒft, findet jeder Schwimmer seinen Favoriten. Testschwimmen kann Kraft kosten und die ErmĂŒdung in Kombination mit vielen EindrĂŒcken kann leicht das Urteilsvermögen trĂŒben. Es ist daher sinnvoll zwischen den einzelnen AnzĂŒgen eine ausreichende Pause einzuhalten und sich beim Anziehen helfen zu lassen, damit auch feuchte AnzĂŒge perfekt sitzen.

Alternativ können Schwimmer auch NeoprenanzĂŒge fĂŒr Training oder Wettkampf ausleihen und nach dem Einsatz wieder zurĂŒckgeben. Dies ist eine gĂŒnstige Variante – eignet sich aber nur bei sehr spartanischer Nutzung. Andernfalls ist es gĂŒnstiger sich selbst einen eigenen Neo zu kaufen. Der Neoprenverleih hat zudem den Vorteil, dass man verschiedene Neomodelle testen kann und bereits den ersten Kontakt zu einem SportartikelhĂ€ndler geknĂŒpft hat. Viele NeoprenanzĂŒge vom Neoprenverleih kann man nach der Saison gĂŒnstig beim HĂ€ndler kaufen.

Ein gĂ€ngiger Prozess fĂŒr den Neoprenverleih ist also: Leihen – Testen – Kaufen!