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Zwei Freunde auf gemeinsamer Mission: SwimRun

Die sportlichen Lehramtstudenten Bastian Schalk und Felix Thum haben in diesem Jahr etwas ganz besonderes vor: Am 30. September 2017 starten die beiden beim ÖTTILÖ SwimRun an der Mecklenburgischen Seenplatte. Darauf bereiten sich die beiden seit Monaten vor, denn sie haben sich einiges vorgenommen! Unterstützt und ausgestattet werden sie bei ihrem Vorhaben von der Triathlon-Marke ZAOSU. In unserem Interview erfahrt ihr welche Ziele die beiden haben und welche wichtigen Erfahrungen sie im Training bereits sammeln konnten.

 

SwimRun ist ein Teamsport

Kennengelernt haben sich Bastian und Felix 2015 im Rahmen ihres Studiums in Kassel. Sehr schnell entstand eine Freundschaft und regelmäßige Trainingszeiten wurden vereinbart. Auf dem Programm standen meist gemeinsame Laufeinheiten. Seit kurzem aber trainieren die beiden auch das Schwimmen zusammen, um sich auf den gemeinsamen SwimRun vorzubereiten. Ziel ist es bei dieser Wettkampfart eine bestimmte Distanz im Wechsel von Laufen und Schwimmen zu absolvieren.

Die Trendsportart aus Schweden findet derzeit immer mehr Anhänger im europäischen Raum. Schließlich stärkt sie auch das „Wir-Gefühl“, denn die Teilnehmer gehen mit einem Partner an den Start, mit dem sie die gesamte Strecke absolvieren und auch zeitgleich die Ziellinie überqueren (mehr Infos zum SwimRun findet ihr in unserem Blog: Schwimmen und Laufen von Insel zu Insel). Aus diesem Grund trainieren die beiden Kasseler soweit es geht gemeinsam, um sich besser kennen und einschätzen zu lernen.

Bastian Schalk (26)

Lehramtstudium der Wirtschaftspädagogik

Hauptsportart: Ausdauersport, Triathlon

Frühere Sportarten: Leichtathletik, Skateboard, Snowboard, Downhill

Felix Thum (30)

Lehramtstudium der Wirtschaftspädagogik

Hauptsportart: Laufen (Berglauf, Langstrecke und 3.000m Hindernis)

Frühere Sportarten: Spezialisiert auf Mittelstrecke, Fußball

 

1. Wie kam es zu der Idee an der Teilnahme am ÖTILLÖ SwimRun Sprint 1000 Lakes?

„Wir haben überlegt was wir gemeinsam machen können und versuchten irgendwie das reine Laufen mit dem Triathlon zu kombinieren. Dabei sind wir auf SwimRun gestoßen – eine uns bis dahin unbekannte Sportart. Vor allem der Abenteuergedanke, den diese Sportart verkörpert hat uns sehr gereizt. Der ÖTILLÖ SwimRun Sprint 1000 Lakes am 30. September passt zeitlich super in unsere Saisonplanung und die Veranstaltung bietet rund um die Mecklenburgische Seenplatte eine eindrucksvolle Landschaft. Vor allem auch als Einstieg ist diese Kurzdistanz über 16,4 km (14km Laufen; 2,4km Schwimmen) perfekt für uns. Zudem wird die Originalmarke des SwimRuns ÖTILLÖ von namhaften SwimRun-Athleten besucht sein mit denen wir uns gerne messen würden.“

2. Welches Ziel verfolgt ihr bei eurem ersten SwimRun Start?

„Wir wollen von vornherein ambitioniert an den Start gehen. Daher bereiten wir uns soweit es geht optimal vor. Unser Ziel ist es unsere bestmögliche Leistung – natürlich abhängig von der Tagesform – abzurufen. Zwar ist dabei sein alles, aber wir können uns gut vorstellen langfristig auf die Langdistanz zu gehen und wer weiß, vielleicht dort irgendwann auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaft zu schielen. Doch zuerst zählt es für uns alles zu geben, ins Ziel zu kommen und unsere Konkurrenz kennenzulernen bzw. sie ein bisschen ärgern zu können. Schließlich fehlt uns ja doch noch die Erfahrung auf diesem Wettkampfgebiet und im SwimRun kann vieles passieren.“

3. Warum ist SwimRun gerade voll im Trend und was macht diesen Sport gegenüber dem klassischen Triathlon so besonders?

„Neben dem Alltag suchen viele Sportler in ihrer Freizeit mittlerweile immer nach neuen Herausforderungen. Dieses sogenannte ´Sensation-Seeking´ treibt die Menschen an, ihre Komfortzone zu verlassen und neue Dinge – wie etwa den SwimRun - auszuprobieren. Gerade der Abenteuergedanke in der Natur mit dem Kampf gegen die Elemente fasziniert viele. Zudem ist es toll den Ausdauersport gemeinsam zu erleben und sich als Team dieser Challenge zu stellen. Diese Wettkampfart ist nahezu einmalig im Ausdauerbereich und fordert uns in unterschiedlichen Disziplinen. Mit Bastian als unserem besseren Schwimmer und Felix unserem erfahreneren Läufer bleibt es auch innerhalb des Teams spannend. Mal sehen, wie wir uns schlagen werden.“

4. Wie oft trainiert ihr in der Woche gemeinsam?

„Unsere teaminterne Dysbalance gilt es zu kennen und bereits im Training zu lernen einen Weg zu finden, trotz der geringen Unterschiedlichkeit in unserer Lauf- und Schwimmgeschwindigkeit, unsere Leistungen aufeinander abzustimmen. In unserer eigenen Wettkampfphase trainierte jeder primär seine Sportart täglich. Nebenher absolvierten wir zwei bis dreimal wöchentlich gemeinsame Lauf- und Schwimmeinheiten, während wir jetzt in den letzten 2 Monaten vor dem SwimRun dann das spezifische Koppeltraining absolvieren. Meistens trainieren wir zwei Mal am Tag.“

5. Worin liegen eure Schwerpunkte im Training?

„Zum einen ist ein spezifisches Techniktraining unentbehrlich für jede Schwimm- und Laufeinheit und gehört zu jedem Grundlagentraining. Dieses umfasst bei uns im Schwimmen wöchentlich zwischen 10 und 25 km. Längere Strecken absolvieren wir meist dann auch im Freiwasser. Aber auch kurze Laufintervalle auf der Bahn (200-1000m) gehören zu unserem Vorbereitungsprogramm und sind genauso wichtig wie das Trainieren von Überdistanzen durch lockere Dauerläufe. Die Königsklasse in kombinierten Ausdauersportarten bilden aber die spezifischen Koppeltrainings. Im SwimRun bestehen diese aus dem regelmäßigen Wechsel von Schwimmen und Laufen. Bedeutet man muss trainieren aus dem Wasser zu steigen und direkt in einen Laufrhythmus kommen zu können und anschließend wieder von der Laufbewegung die Muskelpartien fürs Schwimmen gezielt ansteuern zu können.“

6. Welche Besonderheiten birgt das spezifische SwimRun-Koppeltraining?

In unserer heißen Phase in den letzten 2 Monaten vor Tag X setzen wir unseren Schwerpunkt auf das Koppeltraining von Schwimmen und Laufen. Hier in Kassel haben wir dank dem Buga-Gelände optimale Bedingungen für unser Training. Es gibt viele kleine Seen nebeneinander, die durch die Fulda als kälteres Gewässer ergänzt werden. Bei einem Koppeltraining gilt es vor allem das Herzkreislaufsystem an die Wechselphasen zu gewöhnen. Wir merken ganz klar wie sich der Kreislauf im Wasser und an Land verändert. Vor allem nach einem langen und harten Lauf ins kalte Wasser zu springen, bedeutet für den Körper Schwerstarbeit. Auch an das Laufen mit dem Neopren und das Schwimmen mit den Schuhen mussten wir uns allerdings erst einmal gewöhnen. Bei 20 Grad mit einem Neo ist das Laufen schon recht anstrengend, da macht es das Schmunzeln und Grinsen entgegenkommender Passanten nicht einfacher. Wir ernten regelmäßig komische Blicke, weil die Leute sich natürlich wundern, dass wir im Neopren über den Asphalt heizen.“

Die Länge ist nicht alles beim Koppeltraining

„Beim Koppeltraining kommt es nicht so sehr auf die Distanz an, die wir damit zurücklegen, sondern eher auf die Wechsel. Daher trainieren wir das Koppeltraining bis auf max. 80% der Wettkampflänge. Wir bewegen uns eher in sogenannten Unterdistanzen gegenüber der 15 km Kurzdistanz beim ÖTILLÖ. Unsere Überdistanzen absolvieren ja bereits in unseren Einzeleinheiten. Eine Koppeleinheit über die gesamte Strecke würde unsere Körper eine zu lange Regeneration kosten. Daher legen wir den Fokus eher auf kürzere Einheiten, die aber durch die Härte und vor allem das Wettkampftempo gekennzeichnet sind.“ Kniffs und Tricks der Wassersport-Szene „Wir haben aber auch schon nach kurzer Zeit vom Koppeltraining profitiert und uns eine ökonomische Ein- und Ausstiegtaktik beim Wasser zurecht gelegt. Sowohl beim ins Wasser steigen, als auch beim Verlassen des Wassers bremst das Gehen. Deshalb sollte man nur bis zu den Knien ins Wasser waten und dann sofort zu schwimmen beginnen, um den Wasserwiderstand auf ein Minimum zu senken und schneller voran zu kommen. Gleiches gilt beim Ausstieg. Wir haben festgestellt, dass man am wenigsten Zeit und Kraft verliert, wenn man versucht so lange es geht schwimmend voranzukommen.“

7. Auf welches Equipment müsst ihr beim SwimRun achten?

„Beim Koppeltraining haben wir schnell gemerkt, dass Neoprentaucherschuhe – anders unseren Erwartungen – nicht geeignet sind, um einen SwimRun durchzuführen. Wir dachten aufgrund ihres leichten Materials und ihrer dünnen Sohle wären sie aerodynamisch im Wasser. Aber ganz im Gegenteil: Sie bremsen, weil sie sich mit Wasser voll saugen und schwer werden. Jetzt laufen und schwimmen wir mit normalen dünnen Laufschuhen, die spürt man kaum beim Schwimmen. Sie sind nicht hinderlich und der Neoprenanzug bietet ja genügend Auftrieb. Ohne Neo sehe die Sache vielleicht auch schon wieder ganz anders aus. In den Schuhen tragen wir aber Funktionssocken, um unsere Füße vor Steinen, Schlamm und Blasen zu schützen.“

Erlaubte Helferlein behindern gewohnten Ablauf

„Wir haben uns zudem viele Videos von anderen Veranstaltern oder Athleten angeguckt, die mit Pullbuoy und Paddles laufen und schwimmen. Auf erfinderische Art mit Kabelbindern werden diese ans Bein gebunden oder werden während der gesamten Wettkampfzeit an den Händen getragen. Zuerst dachten wir das wäre für Felixs Schwimmzeit förderlich, doch nach den ersten Koppeltrainings mussten wir feststellen, dass es nicht nur Vorteile mit sich bringt. Wie es aussieht entscheiden wir uns also gegen diese erlaubten Hilfsmittel. Was wir allerdings mit uns tragen müssen ist ein kleiner Verbandskasten. Da gibt es extra welche, die für solche Veranstaltungen entwickelt wurden und die man irgendwo am Körper befestigt. Doch wie und wo, darüber müssen wir uns wohl erst noch schlau machen.“

8. Was ist das wichtigste beim Zusammenspiel mit einem Partner?

„Zwar sind wir in unseren Einzeldisziplinen nicht komplett ausgeglichen, doch hebt sich das insgesamt dann wieder auf: Bastian zieht Felix beim Schwimmen und Felix zieht Bastian auf der Laufstrecke: Damit erreichen wir bestimmt eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit! Wir denken, dass Felix nach dem Schwimmen seine Karten beim Laufen nicht vollkommen ausspielen kann. Ähnlich wird es Bastian auf der Wettkampfstrecke gehen, wenn er nach dem Laufen etwas erschöpfter ins Schwimmen übergeht. Wir hoffen, dass wir uns somit gut ergänzen. Unsere Taktik besteht daraus, dass der eine dem anderen auf seiner Strecke Windschatten bietet. Die Leine gibt es nicht mehr mit der man früher verbunden sein musste, aber wir werden trotzdem eng zusammen bleiben.“

„Unsere Freundschaft wurde schon auf härtere Proben gestellt“

„Wir sind über den Sport hinaus gut befreundet und können uns aufgrund unserer Freundschaft aufeinander verlassen. Wir kennen die Stärken und Schwächen des anderen. Letztes Jahr waren wir eine Woche lang gemeinsam auf 2.500 Höhenmetern in den Dolomiten -ohne irgendwas um uns rum, in totaler Isolation! Da haben wir uns noch besser kennengelernt. Es war unsere private Teambuilding-Maßnahme!“

 

Das gesamte Team von Sportshop-Triathlon wünscht den beiden SwimRun-Neulingen viel Erfolg und eine Menge Spaß beim ÖTILLÖ SwimRun! Wir sind gespannt auf eure Eindrücke und Erfahrungen.

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